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Pressemitteilungsarchiv

Startschuss für EU-Projekt zur Patientensicherheit

Mit einer Auftaktveranstaltung im Klinikum Oldenburg fiel Donnerstag, 26. August 2010, der Startschuss für das EU-Projekt „EurSafety Health-net“ für die Krankenhäuser der Ems Dollart Region.

Bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung ging es vor allem um die Vorstellung des EU-Projektes durch den Projektleiter Dr. Alexander Friedrich von der Universität Münster. Hauptziel des grenzüberschreitenden Projektes ist neben dem Schutz vor Infektionen mit multiresistenten Erregern die Stärkung der Patientensicherheit. Dabei spielt die Bildung von regionalen Netzwerken unter der Moderation der kommunalen Gesundheitsämter eine zentrale Rolle, die Koordination erfolgt durch Dr. Matthias Pulz, den Präsidenten des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.

Für die fachliche und wissenschaftliche Begleitung wurde die Hygiene-Akademie Nord in Oldenburg unter der Leitung von Dr. Jörg Herrmann vom Institut für Krankenhaushygiene, das für Hygienefragen in den drei Oldenburger Stadtkrankenhäusern zuständig ist, gegründet.

Oldenburg, den 26. August 2010. An der Veranstaltung, die vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) und der Hygiene-Akademie Nord organisiert wurde, nahmen rund 100 Teilnehmer aus den Geschäftsführungen, Ärztlichen Direktorien und den Pflegedienstleitungen, sowie Hygienefachpersonal aus Krankenhäusern und Reha-Kliniken der Region und Mitarbeiter aus den beteiligten Gesundheitsämtern teil. Bei der Tagung ging es neben der Vorstellung des Projektes, um Anschubhilfen für die Gründung von regionalen Netzwerken und um die Voraussetzungen für den Erhalt des EurSafety-Qualitätssiegel MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus).



Ziel des EU-Projektes

„Multiresistente Bakterien kennen keine Grenzen. Weder zwischen dem Krankenhaus, der Reha-Klinik oder der Pflegeeinrichtung, noch zwischen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder Belgien“, erklärte Dr. Friedrich, der bereits seit 2005 Erfahrungen in grenzüberschreitenden Kooperationen im EU-Projekt MRSA-net Twente-Münsterland machen konnte. „Hier kann Deutschland viel von seinen niederländischen Nachbarn lernen. Durch enge Kooperation können wir Schritt für Schritt an der Verbesserung der Situation arbeiten“, ergänzte Dr. Pulz . „Wir müssen erreichen, dass verbindliche Standards bei der Bekämpfung von multiresistenten Keimen nicht nur in den Krankenhäusern, auch in den Folgeeinrichtungen wie Reha-Zentren sowie Alten- und Pflegeheimen, aber auch für Rettungs- und ambulante Pflegedienste gelten“, führte Dr. Herrmann als Leiter der Hygiene-Akademie Nord weiter aus.



EurSafety-Qualitätssiegel MRSA

Die Einrichtung des EurSafety-Qualitätssiegels MRSA gewährleistet, dass in dieser Institution gewisse Qualitätsstandards etabliert wurden. Hierzu gehört die Einhaltung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu MRSA, die Teilnahme an regelmäßigen Veranstaltungen im Qualitätsverbund, die Durchführung von Eingangsuntersuchungen bestimmter Patienten auf MRSA bei der stationären Aufnahme sowie interdisziplinäre Konferenzen in den regionalen Netzwerken. „Damit kann zum Beispiel bei Infektionsgefahr die Isolierung des Patienten auch bei Verlegung in ein anderes Haus aufrecht erhalten werden. All dies trägt zum Schutz der Patienten bei.“, erklärt Dr. Herrmann.



Hintergrund zum EU-Projekt

Das Projekt des EurSafety Healtn-net umfasst Einrichtungen in den Landkreisen Aurich, Cloppenburg, Emsland, Friesland, Leer, Wittmund, Stadt Emden, Grafschaft Bentheim, Osnabrück sowie Ammerland und in der Stadt Oldenburg.

Die Projektleitung in Niedersachsen erfolgt durch das Niedersächsische Landesgesundheitsamt. Die neu gegründete Hygiene-Akademie Nord wird das Projekt durch praxisgerechte Fortbildungsveranstaltungen unterstützen. Die Gesamtkosten der Initiative betragen 8,1 Mio. Euro, davon trägt das Land Niedersachsen 810.000 Euro.



Weiterführende Informationen:
www.eursafety.eu

Ihr Ansprechpartner:
Dr. Jörg Herrmann, eMail herrmann.joerg@klinikum-oldenburg.de
 

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