Seit wenigen Wochen setzen die Kardiologen im Herz-Kreislauf-Zentrum am Klinikum Oldenburg einen Laser für die Behandlung der koronaren Herzerkrankungen ein. „Bei bestimmten Patienten mit komplexen Veränderungen der Herzkranzgefäße können wir nun mittels des Lasers schonend Verengungen behandeln. Für die Patienten ist diese Methode schmerzfrei“, weiß Prof. Dr. Albrecht Elsässer, Direktor der Klinik für Kardiologie. Bereits 11 Patienten konnten im Herzkreislaufzentrum mit diesem Laser behandelt werden.
Oldenburg, den 7. October 2010.
Die Lasermethode erweitert das Behandlungsspektrum des Herz-Kreislauf-Zentrums am Klinikum Oldenburg. „Wenn die üblichen Behandlungsmethoden wie zum Beispiel Ballondilatation oder Rotablation nicht zum Erfolg führen, setzen wir nun den Laser ein“, sagt Dr. Torsten Schütz, Leiter des Katheterlabors. „Das Verfahren stellt keine weitere Belastung für den Patienten dar, da die Laserenergie streng lokal abgegeben wird“, ergänzt Prof. Elsässer.
Der Laser ist jederzeit verfügbar und kann ohne höheren Zeitaufwand im Routinebetrieb eingesetzt werden.
In Deutschland halten nur wenige Zentren diese Technologie vor. Im Nordwesten Deutschlands ist das Herz-Kreislauf-Zentrum Oldenburg das einzige Zentrum, das diese Laser-Technologie bei koronaren Herzerkrankungen einsetzt. Die Klinik für Kardiologie bietet damit alle derzeit verfügbaren Methoden zur Koronarintervention an.
Einsatzgebiet der Laserangioplastie
Gefäßalterungsprozesse (Arteriosklerose = Arterienverkalkung) werden durch verschiedene Risikofaktoren, zum Beispiel Rauchen, cholesterinreiche Ernährung und Zuckerkrankheit beschleunigt. Dies führt zu Ablagerungen in den Herzkranzarterien. Erreichen diese eine bestimmte Größe, entsteht eine Verengung der Herzkranzarterie und die Durchblutung des Herzmuskels wird vermindert. Die Behandlung solcher Verengungen kann neben der Ballonaufdehnung auch mittels Laserangioplastie erfolgen.
Klassische Einsatzgebiete sind chronische Verschlüsse von Koronargefäßen, Verengungen von Gefäßen, die sich nicht mit konventionellen Ballons beseitigen lassen, sehr langstreckige Verengungen und verschlossene Venenbypässe.
Der Laser
Laser steht als Abkürzung für „light amplification by stimulated emission“. Der Laser benutzt die gebündelte Lichtenergie zur Abtragung der Engstelle, um das Gefäß zu öffnen.
Der Laser wird in der Medizin schon seit Jahren in verschiedenen Bereichen eingesetzt, zum Beispiel bei Erkrankungen der Haut und den Augen. Auch in der Interventionellen Kardiologie hat er Einzug gehalten. Er wird schwerpunktmäßig bei schwierigen Läsionen eingesetzt, bei denen andere Materialien wie Ballons und spezielle Drähte nicht zum Erfolg führen. Der Laser besteht aus dünnen, optischen Glasfasern.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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