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Jugend forscht über Alter

Jugend forscht über Alter 22 Auszubildende des dritten Semesters der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Klinikums Oldenburg haben sich bei ihrer Forschungsarbeit dem Thema „Altern in Oldenburg“ gewidmet. Dabei untersuchten die Auszubildenden in vier Gruppen vier unterschiedliche Fragestellungen und befragten dazu insgesamt 350 ältere Menschen in der Stadt Oldenburg. Die Ergebnisse stellten die Schüler Anfang des Jahres bei einer Präsentation im Medizinischen Ausbildungszentrum des Klinikums vor.

Oldenburg, den 6. Januar 2011. „Seit 1. September haben wir im Klinikum eine geriatrische Station. Da lag es nahe, diesmal ein Thema für die Forschungsarbeit zu nehmen, das mit diesem neuen Gebiet zu tun hat.“, erklärte Annelene Frerichs, Diplom-Pflegepädagogin und Schulleitung in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, die das Projekt betreut hat.

Fazit aus der Fragebogenaktion

„Junge Menschen wissen oft gar nicht, welche Bedürfnisse und Wünsche Ältere haben. Aber unsere Patienten, die wir pflegen, sind nun mal ältere bis sehr alte Menschen. Auch wenn wir während unserer Forschungsarbeit mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert wurden, war dies eine wichtige Erfahrung, die wir für die Zukunft nutzen können“, meinte die 22jährige Marit Bunjes stellvertretend für die Auszubildenden. Annelene Frerichs ergänzt: „Wir wollen auf jeden Fall die praktische Ausbildung unserer Schüler im Bereich der geriatrischen Fachdisziplin erweitern. So können sie sich schon in der Ausbildung mit dem Thema Geriatrie auseinandersetzen.“

Die Ergebnisse werden aber nicht nur Auswirkungen auf die Ausbildung haben, Erkenntnisse fließen auch in andere Bereiche, zum Beispiel in die Öffentlichkeitsarbeit. „Die Fragebogenaktion ergab unter anderem, dass sich viele der Befragten mehr Informationen zum Thema Geriatrie wünschen und dass unsere geriatrische Station – bislang die einzige in der Region - noch nicht so bekannt ist. Da sehe ich Handlungsbedarf. “, meint Dr. Jürgen Bauer, Direktor der Klinik für Geriatrie. Und es werden Taten folgen. Nach dem Umzug in die neuen geriatriespezifischen Räumlichkeiten ist bis zum Sommeranfang ein Tag der offenen Tür geplant.



Die Forschungsarbeiten und Ergebnisse

Die vier Gruppen beschäftigten sich mit folgenden Fragestellungen:

• Wie sehen sich ältere Menschen selber und wie ihre Zukunft?

• Wie bekannt sind der Begriff Geriatrie und die neue Klinik für Geriatrie des Klinikums?

• Wie könnte eine altersgerechte Stadt Oldenburg aussehen?

• Wie wünschen sich ältere Menschen die pflegerische Versorgung in einem Krankenhaus?

Es wurden zufällig ausgewählte ältere Menschen ab 55 Jahren aufwärts an verschiedenen Orten in Oldenburg befragt. Die Anzahl der auswertbaren Fragebogen lag in allen vier Gruppen zwischen 80 und 90.

Die erste Gruppe bearbeitete drei Themen: Wohnen im Alter, Freundschaft und Familie im Alter sowie Liebe und Sexualität. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass 92 Prozent sich nicht vorstellen könnten, später in einem Wohn- oder Pflegeheim zu leben. Es wurde aber auch klar, dass viele der Befragten gar nicht wussten, welche verschiedenen moderne Wohnformen es für ältere Menschen gibt. Ein großer Teil der Befragten wünschte sich mehr Informationen über altersgerechte Angebote. Überrascht waren die Schüler über das Ergebnis bei der Frage zum Thema „Sexualität im Alter“. 95 Prozent der Männer und Frauen sahen dieses Thema keinesfalls als Tabu-Thema an.

Der Bekanntheitsgrad der Geriatrie war das Thema der zweiten Gruppe. Der Hälfte der Befragten war der Begriff „Geriatrie“ weitgehend unbekannt. Der Großteil fand aber eine spezielle Station im Krankenhaus für hoch betagte Menschen für sinnvoll. Auch diese Gruppe wünschte sich mehr Informationen, zum Beispiel über das Erkennen und Behandeln von Alterserkrankungen. „Diese Ergebnisse bestätigen meine Einschätzung der wachsenden Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Alter“. Regelmäßig Vorträge im Gesundheitshaus und ein Tag der Offenen Tür sind geplant.“, sieht Rita Wick in die Zukunft, Leiterin des Gesundheitshauses im Klinikum und zuständig für Veranstaltungsmanagement.

Die dritte Gruppe wollte herausfinden, ob Projekte wie „Sun City“ in den USA – also Wohnsiedlungen speziell für ältere und alte Menschen – auch in Oldenburg denkbar und gewünscht wären. Der Großteil der Befragten findet zwar, dass ein Projekt wie „Sun City“ in Oldenburg möglich wäre und jeder dritte meint „einen Versuch wäre es wert“. Gleichzeitig wollen aber über 60 Prozent der Befragten nicht aus ihrer gewohnten Umgebung wegziehen. Zudem kann sich nur jeder Fünfte vorstellen, nur mit Menschen in seinem Alter zusammen zu leben.

Was denken ältere Menschen über die pflegerische Versorgung im Krankenhaus? Diese Frage stellte sich die vierte Gruppe. Erfreulich: Vier Fünftel aller Befragten empfanden die pflegerische Versorgung bei ihrem letzten Krankenhausaufenthalt als sehr gut oder gut. Ein für die Gruppe erstaunliches Ergebnis war, dass für viele ältere Menschen das Essen im Krankenhaus sehr wichtig ist und dass sie dies immer auch zur pflegerischen Versorgung dazuzählen. Viel Wert legen ältere Menschen zudem auf Professionalität, Hygiene, aber auch auf Freundlichkeit. Wertschätzung und Einfühlungsvermögen in der jeweiligen Krankheits- und Gesundheitssituation.

Ihr Ansprechpartner:
Annelene Frerichs, eMail frerichs.annelene@klinikum-oldenburg.de
 
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung:

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