Schnellnavigation




Pressemitteilungsarchiv

Grenzenlos für gesunde Kinderherzen

Grenzenlos für gesunde Kinderherzen Vor kurzem operierten Ärzte im Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG) ein vier Monate altes Mädchen aus Wilhelmshaven erfolgreich an einem angeborenen Herzfehler. Sie ist die erste Patientin, die im Rahmen einer grenzüberschreitenden strukturellen Kooperation des Herzzentrums des UMCG mit dem Klinikum Oldenburg behandelt worden ist. Der Patientin geht es gut und sie ist schon wieder zu Hause. Inzwischen sind mehrere deutsche Patienten mit angeborenen Herzfehlern im UMCG behandelt worden. Die AOK Niedersachsen hat diese Kooperation von Anfang an unterstützt und den Vertrag am Montag, 6. September bei dem offiziellen Festakt in Groningen mit unterzeichnet.

Oldenburg, den 7. September 2010. Dank der strukturellen Kooperation zwischen Oldenburg und dem UMCG ist es jetzt möglich, Patienten mit angeborenen Herzfehlern aus dem Nordwesten Deutschlands in einem hoch spezialisierten Zentrum in ihrer Nähe zu helfen. Die komplette kinderkardiologische Vordiagnostik und die Nachbehandlung finden im Klinikum Oldenburg statt.

„Herz-Interventionen bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern dürfen nur in speziellen Zentren durchgeführt werden,“ erklärt Dr. Reinald Motz, Kinderkardiologe am Klinikum Oldenburg, „bisher mussten wir die Kinder bis nach Kiel transportieren, um diese äußerst komplexe Behandlung durchführen zu lassen, obwohl mit dem Groninger Herzzentrum eine Einrichtung in unmittelbarer Nähe der Weser-Ems-Region liegt. Mit der Kooperation können wir nun unseren kleinen Patienten und ihren Eltern diese weiten Wege ersparen.“



Umfassende Versorgung von Herzpatienten in einem Haus

Die AOK Niedersachsen hat diese Kooperation erst möglich gemacht. „Das UMCG verfügt über ein Zentrum für angeborene Herzfehler, das Herzpatienten aller Altersgruppen sämtliche Formen einer umfassenden Versorgung bieten kann. Es besitzt alle Genehmigungen zur Durchführung besonderer Eingriffe am Herzen. Wir stellen durch diese Kooperation sicher, dass unsere Versicherten ohne Probleme und Antragsverfahren in Groningen behandelt werden können.“, meint Tanja Harfst, Regionalbereichsleiterin Gesundheitsmanagement Standort Oldenburg.

„Ohne die AOK wäre es nicht gegangen. Wir hoffen natürlich, dass auch andere Krankenkassen mitmachen werden. In der Gesundheitsversorgung der Nord-West-Region leben wir immer mehr das grenzenlose Europa mit unserem direkten Nachbarn, den Niederlanden. Der Studiengang mit der Hanzehogeschool beim Pflegestudiengang „Bachelor of Nursing“ war der Anfang, jetzt die Kooperation mit dem Groninger Herzzentrum. Ich bin mir sicher, dass dies alles erst der Anfang ist.“, schaut Rudolf Mintrop, Geschäftsführer im Klinikum Oldenburg, zuversichtlich in die Zukunft.



Im UMCG werden jährlich 300 bis 350 Operationen bei Patienten mit angeborenen kardiothorakalen Erkrankungen durchgeführt. Gut dreiviertel davon sind Kinder und Neugeborene. Zum Spektrum gehören unter anderem Katheter-Interventionen, Chirurgie am (offenen) Herzen, Herztransplantationen und kombinierte Herzlungentransplantationen. Die Kooperation mit Oldenburg ermöglicht es dem UMCG, seine Tätigkeiten im Bereich der angeborenen Herzfehler um jährlich 20 Patienten aus Deutschland zu erweitern. Hierdurch ist es außerdem möglich, die hohe Qualität der Behandlung zu garantieren.



Deutschsprachig

Im Rahmen der Kooperation besuchen Ärzte des Klinikums Oldenburg regelmäßig ihre Kollegen im UMCG, um gemeinsam über die Patienten zu beraten. Auch haben die UMCG-Mitarbeiter einen deutschen Sprachkurs absolviert und die Patienteninformationen, wie auch die Briefe und Broschüren, sind ins Deutsche übersetzt. Die Kliniken werden zukünftig möglicherweise auch auf dem Gebiet der Forschung miteinander zusammenarbeiten.



Angeborene Herzfehler

Angeborene Herzfehler sind relativ häufig. In Deutschland kommen ungefähr 6.000 Kinder im Jahr mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt. Die Überlebensrate der Patienten mit einem angeborenen Herzfehler hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Nicht nur durch neue chirurgische Techniken, sondern auch aufgrund von Katheter-Interventionen, verbesserter Diagnostik und postoperativer Pflege. Aufgrund des Erfolges der Herzchirurgie bei angeborenen Herzfehlern von Neugeborenen und Kindern gibt es jetzt immer mehr Erwachsene mit einem (korrigierten) angeborenen Herzfehler. Diese Patienten kommen jahrelang mit einer gewissen Regelmäßigkeit zur Kontrolle und müssen sich oft auch später, wenn sie älter sind, noch Behandlungen unterziehen.



Ihr Ansprechpartner:
Dr. Reinald Motz, eMail motz.reinald@klinikum-oldenburg.de
 
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung:

TERMINE