Fasziniert, interessiert, manchmal auch irritiert oder ablehnend – die Reaktionen der Patienten, Besucher und Mitarbeiter auf die ungewöhnliche Tanzperformance im Klinikum Oldenburg waren vielfältig. Die beiden französischen Tänzer Sylvain Groud und Véronique Laugier überzeugten nicht nur durch ihre Körperbeherrschung, sondern auch durch ihre Kreativität. Täglich vier Stunden waren die Tänzer vom 11. bis 15. April im Klinikum unterwegs. Sie tanzten im Foyer und auf den Stationen in der Geriatrie, Onkologie und Orthopädie in den Fluren und Zimmern und bezogen auch Zuschauer in ihre Performance ein.
Oldenburg, den 15. April 2011.
Auf die Frage, wie er diese Woche im Klinikum empfand, meint der Choreograph und Tänzer Sylvain Groud: „Es ist wie in der Liebe – mal einfach, mal schwierig. Es ist immer wieder ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Gerade im Krankenhaus machen die Menschen oft emotional zu und wir als Tänzer versuchen, diesen Schutzpanzer aufzubrechen. Für manche Menschen ist es aber zu schwierig, dies anzunehmen. Andere dagegen haben sich geöffnet und nicht nur zugeschaut, sondern auch aktiv mitgemacht.“ Eine Begebenheit auf der orthopädischen Station ist dem Franzosen dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Er erzählt: „Eine Krankengymnastin hat mit einem Patient gearbeitet und ich habe meine Hände auf die Schulter der Therapeutin gelegt. Es kam dann zu einem Gleichklang von Bewegung zwischen dem Patient über die Krankengymnastin auf mich. Das war fast schon ein poetischer Moment.“
Patientin Marie-Luise Herrmann war begeistert: „Ich fand es toll. Diese Gelenkigkeit der Tänzer war beeindruckend. Es war eine schöne Abwechslung.“ Patient Helmut Becker hat nicht nur zugeschaut, sondern auch mitgemacht, obwohl er das Bett nicht verlassen konnte: „Für mich war es schön. Es war interessant, das mal zu sehen. Man weiß gar nicht, was man alles mit seinen Händen so machen kann.“ Johanna Hagen, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Klinikum, hat die Tänzer die Woche über begleitet. „Es war jeden Tag etwas Neues. Sie haben sich immer wieder eine neue Performance ausgedacht und es gab Patienten, die haben jedes Mal begeistert mitgemacht“. Schwester Rosa Wagner von der Station E41 meinte: „Eigentlich wollte ich nur zuschauen. Ich war sehr überrascht, als die beiden Tänzer dann zu mir kamen. Anfangs kam ich mir schon etwas komisch vor, aber dann war es sehr lustig.“
Festivalleiter Honne Dohrmann vom Oldenburger Staatstheater meinte: „Wir vom Staatstheater freuen uns, dass sich das Klinikum Oldenburg auf dieses Experiment eingelassen hat. Auch für uns ist das Neuland gewesen.“ Rudolf Mintrop, Geschäftsführer des Klinikums fasste die Tage zusammen: „Kunst und Krankenhaus – das passt immer zusammen. Kunst hat eine positive Wirkung auf Menschen und damit ist sie gerade im Krankenhaus von großer Bedeutung. Die Einbeziehung des Klinikums in die Tanztage war ein Abenteuer. Wir haben uns gefreut, dass Sylvain Groud und sein Team zu uns gekommen sind und einen anregenden Sonnenschein in die Klinik gebracht haben.“
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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