Zum neuen deutschen Gesundheitswesen e-health gehört die elektronische Patientenakte. Sie enthält alle zur Behandlung erforderlichen Informationen über die Krankengeschichte des Patienten. In einem einjährigen Pilotprojekt hat die Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Station im Klinikum Oldenburg die elektronische Krankenakte getestet. Das Projekt gilt nicht nur für das Klinikum als richtungweisend für das zukünftige Pflegeprozessmanagement. Bisher arbeiten erst neun Prozent aller deutschen Kliniken mit der digitalen Patientenakte. Ein auf der CeBit 2007 gezeigter Filmbeitrag über dieses Pilotprojekt traf auf großes nationales und internationales Interesse.
Oldenburg, den 11. April 2007.
Eine durchschnittliche deutsche Krankenakte geht jeden Tag durch die Hände von mindestens zwei Ärzten und vielen Pflegenden. Nach neun Tagen enthält sie zehn unterschiedliche Handschriften auf mindestens 30 Seiten Papier. Auf der HNO-Station des Klinikums ist dies Vergangenheit. „Die Papierakte muss von einem Zuständigen zum nächsten getragen werden. Das verlangsamt den Behandlungsablauf“, weiß Prof. Dr. Florian Hoppe, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten im Klinikum aus eigener Erfahrung, „für uns bedeutet die Einführung der digitalen Patientenakte eine immense Arbeitserleichterung. Sie kann schnell und überall aktualisiert werden. Das verbessert die Zusammenarbeit und spart Zeit.“
Gemeinsam mit der EDV-Abteilung des Hauses haben Ärzte und Pflegepersonal der HNO-Station die elektronische Patientenakte eingeführt und im Praxisbetrieb getestet. „Handschriftliche Eintragungen sind schwerer zu lesen und eine Papierakte kann zu einem bestimmten Zeitpunkt immer nur an einem Ort sein. Eine digitale Akte ist immer und überall für befugte Mitarbeiter verfügbar und besser lesbar“, nennt Ralf Boldt, EDV-Abteilungsleiter die Vorteile der Digitalisierung.“ Ein zentraler Speicher stellt alle Daten im hausinternen Netzwerk bereit. Die Mobilität auf Station wird durch besonders leichte und handliche Laptops gewährleistet. Überall sind dort WLAN-Spots installiert. Mit den Laptops können Ärzte und Pflegende auch am Krankenbett zum Beispiel den aktuellen Stand der Medikamentenausgabe oder aktuelle Laborbefunde abfragen. Die Zeit, die das Pflegepersonal früher aufwenden musste, um aus der Papierakte Sachverhalte, Leistungen u.ä. in die EDV der Verwaltung zu übertragen, können die Pflegekräfte jetzt anders nutzen. „Je schneller die Testergebnisse und Befunde in der Akte sind, desto eher kann der Arzt eine endgültige Diagnose stellen und die Therapie einleiten. Davon profitiert besonders auch der Patient.“, beschreibt Prof. Hoppe einen weiteren Pluspunkt der digitalen Akte. Nicht zuletzt erleichtert die digitale Dokumentation auch die Abrechnung mit den Krankenkassen.
Im Klinikum wird nun die digitale Patientenakte auch peu a peu auf anderen Stationen eingeführt. Sie wird damit zur Qualitäts- und Effizienzsteigerung beitragen zum Nutzen für Patienten, Mitarbeiter und dem Krankenhaus.
Ihr Ansprechpartner:
Ralf Boldt, eMail boldt.ralf@klinikum-oldenburg.de
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