Das Herz schlägt rasend schnell. Die Patientin leidet unter Schwindel, Schwächeanfällen und Luftknappheit. Auch ein undefinierbarer Schmerz im Brustraum tritt ab und zu auf. Diesen Symptomen muss auf den Grund gegangen werden, denn es könnte eine komplizierte Herzrhythmusstörung dahinter stecken. Bis vor kurzem mussten Patienten mit solchen Herzrhythmusstörungen aus Oldenburg und der Umgebung weite Wege in andere Großstädte in Kauf nehmen, um sich ambulant oder stationär behandeln zu lassen. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Privatdozent Dr. Matthias Antz leitet seit ein paar Wochen den neu geschaffenen Spezialbereich Elektrophysiologie in der Klinik für Kardiologie des Klinikums Oldenburg und vervollständigt damit das Spektrum des Herzzentrums. Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist eine spezielle Herzkatheteruntersuchung bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen. Ziel der Untersuchung ist es, die Art und den Mechanismus von Herzrhythmusstörungen festzustellen und nach Möglichkeit sofort auch eine Therapie durchzuführen. Dazu wurde das Herzkatheterlabor im Klinikum umgebaut und die neuesten Systeme zur Lokalisierung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen installiert. Es ist jetzt auch in Oldenburg möglich, die Anatomie und Erregungsabläufe des Herzens dreidimensional darzustellen und gleichzeitig komplizierte Herzrhythmusstörungen mit deutlich geringerer Röntgenstrahlen-Belastung zu behandeln berichtet Priv.-Doz. Dr. Antz.
Oldenburg, den 13. September 2007.
Das Herzzentrum Oldenburg versorgt bereits seit vielen Jahren die Patienten der Weser-Ems-Region, zum Beispiel durch Aufweitungen von Herzkranzgefäßen, Herzschrittmacher- und Defibrillator-Implantationen, Operationen am offenen Herzen und Nachsorgebehandlungen im Reha-Zentrum. Lediglich die Behandlung von Herzrhythmusstörung durch Verödungen mittels Katheter haben wir bislang nicht angeboten, so dass die Patienten lange Wege in überregionale spezialisierte Zentren zurücklegen mussten, sagt Prof. Dr. Gert-Hinrich Reil, Direktor der Klinik für Kardiologie im Herzzentrum, ich freue mich, dass wir nun unser Leistungsspektrum durch diesen Bereich komplettieren. Endlich können wir alle Patienten mit Herzerkrankungen hier in der Nähe ihres Wohnortes versorgen. Prof. Reil freut sich besonders, dass er mit Priv.-Doz. Dr. Antz einen in Fachkreisen anerkannten Kardiologen ins Boot holen konnte, der auf eine über 10-jährige Erfahrung bei der Diagnose und Behandlung von Herzrhythmusstörungen zurückgreifen kann. Nach seiner Ausbildung in der Uni-Klinik Hamburg Eppendorf und den USA war Priv.-Doz. Dr. Antz zuletzt Leiter des Elektrophysiologischen Herzkatheterlabors der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg.
Am Mittwoch, 26. September 2007 beim 1. Oldenburger Elektrophysiologie-Symposium wird Dr. Antz Ärzten aus der Region über die ersten Katheterablationen am Klinikum berichten. Darunter wird auch der anfangs geschilderte Fall sein. In der EPU lokalisierten Priv.-Doz. Dr. Antz und sein Team die Ursache des Herzrasens der 50-jährigen Patientin und konnten durch eine Verödung sofort helfen.
Ihr Ansprechpartner:
PD Dr. Antz, eMail antz.matthias@klinikum-oldenburg.de
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