Eltern finden ihr lebloses Kind in seinem Zimmer auf. Der Vater wählt sofort die Notrufnummer 112. Augenblicklich rücken ein Rettungstransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug im sogenannten Rendezvous-System aus und treffen Minuten später in kurzem zeitlichen Abstand in der Wohnung ein. Das Rettungsfachpersonal erkennt sofort, dass das Kind wiederbelebt werden muss und beginnt bereits mit der Herzdruckmassage und der Beatmung. Der Notarzt verabreicht dem Kind lebensrettende Medikamente und Infusionen. Um für diese und weitere Notfallsituationen optimal vorbereitet zu sein, haben sich Notärzte, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter am Samstag, 8. Oktober 2011 auf dem Oldenburger Notfallsymposium fortgebildet. Bereits zum achten Mal fand diese in einer Kooperation von der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie (AINS) am Klinikum Oldenburg und dem Malteser Hilfsdienst ausgerichtete, bundesweit anerkannte Veranstaltung in Oldenburg statt. Im Neuen Hörsaalgebäude der Universität Oldenburg begrüßten die Veranstalter nicht nur Teilnehmer aus dem norddeutschen Raum, sondern auch Teilnehmer aus Süddeutschland, aus Österreich und der Schweiz. Diesmal stand das Symposium unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr.
Oldenburg, den 8. Oktober 2011.
Neben den aktuellsten Empfehlungen zur Wiederbelebung von Kindern konnten die über 500 Teilnehmer durch namhafte Fachreferenten auch zahlreiche Neuerungen zu anderen notfallmedizinischen Behandlungsstandards erfahren. Weitere wichtige Themen waren etwa die Versorgung von schweren Verletzungen bei Unfällen im Bauchbereich, dem Brustkorb oder bei Kopfverletzungen.
„Auch in diesem Jahr ist es uns gelungen, wichtige Themen aus der Notfallmedizin in einem gemeinsamen Forum für Notärzte und Rettungsfachpersonal kompetent darzustellen. Die große Resonanz zeigt, dass dieses Konzept nicht zuletzt auch für die Zusammenarbeit in den Rettungsteams äußerst wertvoll ist.“, zieht Frank Flake vom Malteser Hilfsdienst Oldenburg ein positives Fazit. Prof. Dr. Andreas Weyland vom Klinikum Oldenburg ergänzt: „Das Oldenburger Notfallsymposium stellt seit vielen Jahren eine wichtige Veranstaltung im Bereich der Notfallmedizin und des Rettungsdienstes dar und erfährt als feste Größe mittlerweile auch bundesweite Anerkennung. Neu ist, dass wir in diesem Jahr neben mehreren Workshops mit Simulationen und praktischen Übungen auch ein Satelliten-Symposium des Landesverbands Ärztlicher Leiter Rettungsdienst integrieren konnten, das unter der Leitung von Oberarzt Jörg Gellern bereits am Freitagnachmittag stattfand und schwerpunktmäßig konzeptionellen Fragestellungen in der Rettungsmedizin gewidmet war.“ Das nächste Notfallsymposium ist im Oktober 2013 geplant.
Demonstration einer technischen Rettung bei eingeklemmtem Patienten
Und weil Praxisnähe immer einen großen Stellenwert beim Notfallsymposium hat, gab es auch in diesem Jahr in der Mittagspause im Foyer des Hörsaalgebäudes eine Simulation. Diesmal ging es um Rettung einer durch einen Arbeitsunfall unter einem Container eingeklemmten Person. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Oldenburg zeigten wie ein solches Unfallopfer mittels eines Hubkissens befreit wird und gleichzeitig durch Rettungsdienstpersonal und Notärzte die notfallmedizinische Versorgung bei schweren Verletzungen des Beckens und der Extremitäten gewährleistet wird.
Preis für Qualität im Rettungsdienst
Erstmalig wurde in diesem Jahr im Rahmen des Symposiums auch der Preis für Qualität im Rettungsdienst verliehen, für den der Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr die Schirmherrschaft übernommen hat. Bewerben konnten sich nicht nur im Rettungsdienst Tätige aus Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.
„Von den Besten lernen“ lautete das Motto und es galt innovative Projekte zur Verbesserung der Versorgungsqualität im Rettungsdienst auszuzeichnen. Frank Flake, einer der Hauptinitiatoren des neu geschaffenen Preises: „Wir sind sehr froh, dass es mit diesem Preis gelungen ist, besonders aktive Teams zu fördern und herausragende Projekte prämieren zu können.“ Prof. Weyland betont: „Die große Resonanz mit 17 eingereichten Bewerbungen stellte das Gutachterteam vor eine schwierige Aufgabe und zeigt, welch hohes Interesse diese Auszeichnung auf Anhieb gefunden hat.“
Den ersten Preis gewann die Rettungsdienst-Kooperation Schleswig-Holstein mit ihrem Projekt „Trainings-RTW zur videoüberwachten Behandlungssimulation“. Mit diesem Projekt beschritten die Preisträger einen neuen Weg in der Aus- und Fortbildung von Rettungsdienst-Personal unter Einbeziehung eines modernen Fehler- und Risikomanagements, das die Patentensicherheit weiter erhöht. In Anerkennung dieses wichtigen Beitrags konnte das Siegerteam einen Scheck über 3.000 Euro mit nach hause nehmen.
Der zweite Platz ging an das DRK Reutlingen für ein erfolgreiches Projekt zur interprofessionellen Qualitätssicherung bei Erweiterung von Behandlungskompetenzen. Ebenfalls auf das Siegertreppchen schaffte es das Team der Berufsfeuerwehr Münster mit dem Projekt „Verbesserung der Reanimationsqualität durch Echtzeit-Feedback“.
Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Weyland, eMail weyland.andreas@klinikum-oldenburg.de
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