Die im Weser-Ems-Gebiet tätigen pädiatrischen Onkologen aus den Kliniken in Aurich, Delmenhorst, Emden, Leer, Meppen, Oldenburg, Papenburg, Vechta und Wilhelmshaven haben jüngst den Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems gegründet. Ziel soll sein, die Koordination der Versorgung im Zentrum Oldenburg und im gesamten Weser-Ems Gebiet wohnortnah zum Wohle der kleinen Patienten und ihrer Angehörigen zu verbessern. Auch die Selbsthilfegruppen der betroffenen Patienten und ihrer Familien aus dem Weser-Ems-Gebiet sind Mitglieder im Verbund, was gewährleistet, dass die Interessen der Betroffenen im Verbund repräsentiert sind.
Oldenburg, den 5. Dezember 2002.
In den vergangenen zehn Jahren erkrankten 570 Kinder und Jugendliche aus dem Weser-Ems-Gebiet an bösartigen Krebserkrankungen. Die Heilungsaussichten für Patienten mit solchen Krebserkrankungen haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Viele bösartige Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind heute heilbar.
Die Behandlungserfolge wurden dadurch erreicht, dass die betroffenen Patienten nach einheitlichen Therapieprotokollen an spezialisierten Zentren behandelt wurden. Aber die wirksame und intensive Chemotherapie hat auch große Risiken und bedarf einer engmaschigen Kontrolle der Patienten in den therapiefreien Zeiten. Dies bedeutet eine besondere Belastung der kranken Kinder und ihrer Eltern, insbesondere wenn große Entfernungen überwunden werden müssen, um das Behandlungszentrum zu erreichen.
Im Anschluss an die stationäre Chemotherapie tritt regelmäßig eine Verminderung der blutbildenden Zellen auf. „Eine solche Knochenmarkaplasie kann zu entzündlichen Komplikationen führen und zum raschem Eingreifen zwingen. In diesen Therapieabschnitten stellen lange Anfahrtszeiten eine Gefährdung des Patienten dar“, erklärt Dr. Hermann Müller, Direktor der Klinik für Allgemeinpädiatrie und zuständig für die Onkologieabteilung im Elisabeth-Kinderkrankenhaus in Oldenburg. „Die traditionell gute regionale Kooperation und der Wunsch der betroffenen Patienten und ihrer Familien, neben der Therapie im onkologischen Zentrum auch wohnortnah Betreuungsangebote zu finden, waren Anlass zur Gründung des Verbundes.
Der Verbund Pädiatrische Onkologie Weser-Ems beteiligt sich mit einem Förderantrag an einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Gesundheit. Gefördert werden Projekte, die modellhaft den Nutzen von Verbundstrukturen für die Patientenversorgung belegen.
Ihr Ansprechpartner:
PD Dr. Hermann Müller, eMail müller.hermann@klinikum-oldenburg.de
Derzeit liegen in diesem Bereich keine aktuellen Termine oder Veranstaltungen vor. Alle Termine im Klinikum anzeigen.