Die Entwicklung von neuen Therapien und Behandlungen von Hals- Nasen- und Ohrenerkrankungen hat in den vergangenen Jahren viele Fortschritte gemacht. Das ist das Fazit der 4. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Otorhinolaryngologie und zervikofaziale Chirurgie (Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Gesichts- und Halschirurgie) vom vergangenen Wochenende in der Weser-Ems-Halle. Rund 300 Hals-Nasen-Ohrenärzte aus ganz Deutschland, vorwiegend aus Norddeutschland, kamen nach Oldenburg. Sie konnten sich beispielsweise über die Behandlung von chronischer Nasennebenhöhlenentzündung informieren, die im Zuge zunehmender Allergien immer mehr Menschen befällt und sich zur Volkskrankheit entwickelt. Die Themenpalette reichte von Schwerhörigkeit im Alter, Störungen des Riechnervs bis zu chirurgischen Tumorbehandlung.
Oldenburg, den 17. April 2004.
Für Patienten mit Krebs im Kopf- und Halsbereich gibt es zum Beispiel gute Nachrichten. „Es hat sich herauskristallisiert, dass entstellende Operationen bei Patienten mit Krebs im Bereich Zunge, Rachen, Kehlkopf oder Mandeln viel seltener angewandt werden müssen, weil eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie bessere Ergebnisse für die Funktion und den Organerhalt bringt“, erklärt Prof. Dr. Ralf Steinert, Direktor der HNO-Klinik im Klinikum Oldenburg und diesjähriger Gastgeber, „dies erhöht die Lebensqualität der Betroffenen nach der Tumortherapie erheblich.“
Auch auf dem Gebiet der Hörhilfen gab es gute Neuigkeiten. Referent Prof. Birger Kollmeier vom Hörzentrum Oldenburg gab einen Ausblick auf die Entwicklungstrends für technische Hörhilfen bei Schwerhörigkeit. „Die neue Generation der Hörhilfen kann Störschall und Nutzschall viel besser trennen. Die Sprache wird sozusagen rausgefiltert“, erklärt Prof. Dr. Steinert.
Der diesjährige Johannes-Zange-Preis, der am Samstag während der Tagung verliehen wurde, ging nach Magdeburg. Priv.-Doz. Dr. Christiane Motsch von der Universitätsklinik Magdeburg erhielt diesen Preis für ihre Publikation auf dem Gebiet der laborchemischen Nachweisbarkeit eines Gendefektes bei bösartigen Geschwulsten im Kopf-Hals-Bereich. Für Prof. Dr. Ralf Steinert war die zweitägige Veranstaltung ein voller Erfolg: „Die vielen äußerst interessierten Teilnehmer belegen die Bildungsbereitschaft der Ärzte zum Wohl ihrer Patienten.“ Am Samstag gab er turnusmäßig das Amt des Präsidenten der Norddeutschen Gesellschaft für Otorhinolaryngologie an Dr. Henning Wiegels aus Schwerin ab und meinte abschließend: „Das Amt hat nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Freude gemacht.“
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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