Am 4. Juli finden im Neubau des Elisabeth-Kinderkrankenhauses die Einweihungsfeierlichkeiten statt. Mit dem Umzug, der nach den Sommerferien ansteht, wird es nicht nur mehr Platz in den Patientenzimmern geben. Durch zusätzliche Räume kann auch das medizinische Angebot weiter verbessert werden.
Oldenburg, den 26. June 2003.
Im Bereich der Diagnose von eventuellen Anfallsleiden (Epilepsie) hat die neue Kinderklinik beispielsweise verbesserte Möglichkeiten durch speziell ausgestattete Überwachungsräume. Wenn ein Kind auffällige Zuckungen zeigt, es aber nicht sicher ist, ob es sich hierbei um Epilepsie handelt, kann das Kind mit einer Videokamera über 24 Stunden genau beobachtet werden. Zeitgleich kann ein EEG abgeleitet werden und die anschließende Auswertung kann dann zeigen, ob das Zucken mit einer Auffälligkeit der Gehirnströme zusammenhängt.
Die Kinderkardiologie und die Abteilung für Onkologie und Hämatologie waren in der alten Kinderklinik aus Platzmangel in Containern untergebracht. In der neuen Klinik bekommt die Kinderkardiologie neue Räume für das Herz-Ultraschall und die Untersuchung unter Belastung auf dem Fahrradergometer.
Für Kinder mit Krebserkrankungen, deren Immunsystem durch die medikamentöse Therapie geschwächt ist, gibt es im Neubau zwei spezielle Untersuchungsräume nur für diese Patienten. Der Wartebereich ist getrennt von der Notfallambulanz und von einem separaten Eingang zu erreichen. Im stationären Bereich sind ausreichend Isolierzimmer auf einer speziell hierfür eingerichteten Station vorhanden.
Das Lungenfunktionslabor der neuen Kinderklinik erhält einen neuen, modernisierten Messplatz für die Untersuchung von Säuglingen. Dadurch wird die Messung deutlich vereinfacht und der Untersuchungsvorgang somit verkürzt. Auch ermöglicht eine spezielle Messeinheit für ausgeatmetes Stickstoffmonoxid (NO) dem Arzt eine verbesserte Einschätzung des Asthma bronchiale, und hierbei besonders, ob die Kortisoninhalation noch in der üblichen Dosis notwendig ist oder bereits reduziert werden kann.
Im Neubau haben dann endlich auch die Kinderchirurgen ihre eigenen Räume und können in einem nahe liegenden Endoskopieraum notwendige Untersuchungen und kleinere Operationen durchführen. Eine moderne Überwachungsanlage auf der Intensivstation erlaubt die ständige Überwachung auch von einem zentralen Schwesterndienstplatz aus.
Aber auch im Bereich der begleitenden Angebote zur Beratung bei chronischen Erkrankungen entstehen in der neuen Kinderklinik zusätzliche Möglichkeiten: zum Beispiel eine Diätküche, in der die kleinen Patienten und die Eltern von der Diätassistentin angeleitet werden können, ihre speziellen Diäten zu kochen. Hier lernen Patienten mit neu entdecktem Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit), wieviel Kohlenhydrate in die Nahrung zu geben sind. Aber auch Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose kann gezeigt werden, wie sie ihre Mahlzeiten mit besonders kalorienreichen, und gleichzeitig wohlschmeckenden Snacks anreichern können. Bei Mukoviszidose funktioniert die Bauchspeicheldrüse nicht so gut, so dass einige der zugeführten Kalorien nicht verarbeitet werden können und ungenutzt wieder den Darm verlassen. Aber auch Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht wird gezeigt, wie sie satt werden und trotzdem gleichzeitig abnehmen. Wie bei bestimmten Lebensmittelallergien oder Stoffwechselerkrankungen die spezielle Ernährung aussehen sollte, können die kleinen Patienten und deren Eltern auch praktisch erlernen, z.B. durch Brotbacken mit speziellen Mehlen, wenn das Kind zum Beispiel eine Allergie auf das Weizeneiweiß hat (Zöliakie).
Auch die spezielle Beratung für die Zuckererkrankung kann in der neuen Kinderklinik in einem speziellen Zimmer erfolgen, wo die Diabetesberaterin alle ihre hilfreichen Anschauungsmaterialien darstellen kann.
Für die Patienten- und Elternschulung z.B. bei Asthma oder Neurodermitis ist ein spezieller Raum vorgesehen mit der Möglichkeit, auch Computerprogramme oder spezielle Lehrvideofilme vorzuführen. Diese Einrichtung steht auch der Kinderkrankenhausschule zur Verfügung. Neben der Kinderbibliothek und der Krankengymnastik hat nun auch die Beschäftigungstherapie eigene Räume, um die motorischen Fähigkeiten „spielend“ zu verbessern.
Nicht zu letzt werden auch die Wege zum Perinatalzentrum kürzer. Die Frauenklinik mit dem Kreißsaal und der Neu- und Frühgeborenenintensivstation ist nun unmittelbar durch einen kurzen Flur zu erreichen, so dass alle Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie den Neugeborenen unmittelbar zur Verfügung stehen, ohne dass ein Krankenwagentransport in Anspruch genommen werden muss.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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