Im Brustzentrum des Klinikums gibt es seit einem Jahr ein festinstalliertes Mammotome, um damit eventuelle Vorstufen von Brustkrebs frühzeitig entdecken und gleich behandeln zu können. Bei 56 Patientinnen wurde eine Probenentnahme mit dem Mammotome durchgeführt, wobei in 11 Fällen ein Frühstadium von Krebs entdeckt wurde. Den übrigen Patientinnen konnte durch das Mammotome eine Operation erspart und die Gewissheit gegeben werden, keinen Tumor zu haben.
Oldenburg, den 3. Januar 2003.
Beim Einsatz des Mammotome arbeitet die Frauenklinik eng mit dem Institut für Radiologie und Nuklearmedizin im Klinikum zusammen. Unsere Erfahrungen mit dem Gerät sind durchweg positiv, fasst Prof. Dr. Detlev Mühlenstedt, Direktor der Oldenburger Frauenklinik das erste Praxisjahr zusammen, es ist derzeit weltweit das beste Verfahren, um abzuklären, ob sich hinter dem Mikrokalk ein bösartiger Tumor verbirgt. Dabei ist das Verfahren für die Frau äußerst schonend.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei der Frau. Jährlich wird bei 40.000 Frauen in der Bundesrepublik Brustkrebs festgestellt. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb kommt der Früherkennung eine große Bedeutung zu.
Mögliche Anzeichen für bösartige Veränderungen des Brustgewebes sind kleine, in Grüppchen liegende Kalkherde. Sie werden Mikrokalk genannt. Sie sind zu klein, um ertastet zu werden, und deshalb nur auf einer Mammographie (Röntgenaufnahme) verläßlich zu erkennen. Um nun abzuklären, ob sich in dem Gewebeareal, in dem sich der Mikrokalk befindet, eine mögliche Krebserkrankung verbirgt, ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) erforderlich. Früher war das Verfahren der Wahl ein operativer Eingriff mit Vollnarkose, der Narben zur Folge hatte. Das neuartige Verfahren, die Mammotome-Vakuumbiopsie bringt dagegen größtmögliche diagnostische Sicherheit ohne Narbenbildung und ohne Vollnarkose, nur in örtlicher Betäubung. Punktgenau und zielsicher können mit dem Mammotome verdächtige Stellen im Brustgewebe abgeklärt werden.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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