Bereits seit mehreren Jahren widmet sich die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums Oldenburg intensiv dem Problem der Auskühlung von Patienten im Operationssaal. Nun startet die Klinik ein Modellprojekt, um eine lückenlose Wärmebehandlung der Patienten vom Beginn bis zum Ende der Operation sicher zu stellen. Unterstützt wird sie dabei von der Firma Barkey, die spezielle Geräte im Wert von ca. 17.000 Euro zur Verfügung stellt.
Oldenburg, den 15. Januar 2002.
Die Auskühlung von Patienten im Operationssaal stellt in vielen Kliniken noch immer ein Problem dar, das mit verschiedenen Gegenmaßnahmen wie Heizdecken und vorgewärmten Infusionslösungen bekämpft wird. Zwar wird heutzutage in vielen Kliniken bereits etwas gegen die Auskühlung getan, aber eine konsequente Nutzung und Verknüpfung der verfügbaren Technologien an einer Klinik ist bisher nicht Standard. Wir wollen mit den gespendeten Geräten eine lückenlose Wärmebehandlung von Patienten verwirklichen und sozusagen als Musterklinik für andere Krankenhäuser fungieren, erklärt Prof. Dr. Andreas Wey-land, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin das Ziel des Projektes.
Der ungewollte Abfall der Körpertemperatur bei Operationen (die sog. perioperative Hypothermie) hat verschiedene Ursachen. Der Einfluss von Narkosemitteln, die Raumtemperatur und Luftströmung im Operationssaal, die Temperatur von Infusionslösungen sowie die mangelnde Bekleidung des Patienten während der Operation haben ihren Anteil daran.
Eine sehr unangenehme Folge der Auskühlung stellt das Muskelzittern nach Beendigung der Narkose dar, das von Patienten neben Schmerzen und Übelkeit als eine der unangenehmsten Erfahrungen bei Opera-tionen genannt wird. Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre zeigen aber, dass die Auskühlung nicht nur negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Patienten hat, sondern auch auf den Heilungsverlauf nach der Operation. Sie kann beispielsweise einen höheren Blutverlust während der Operation nach sich ziehen. Eine konsequente Wärmung des Patienten kann dagegen nicht nur den Blutverlust während der Operation verringern, sondern darüber hinaus auch die Wundheilung verbessern und die Häufigkeit von Herz-Kreislaufproblemen vermindern, zählt Prof. Weyland die Vorteile der Wärmebehandlung auf.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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