Hautkrebs nur ein Thema für den Sommer? Schon längst nicht mehr. Weil immer mehr Menschen auch im Winter in warme Gegenden reisen und hellhäutige Typen bei sonnenentwöhnter Haut leichter einen Sonnenbrand bekommen, ist es wichtig, auch in dieser Zeit die Risikofaktoren zu kennen. Der in der Öffentlichkeit als schwarzer Hautkrebs bekannte Pigmentzellkrebs ist potentiell tödlich und kann auch junge Menschen treffen. Das Risiko, an einem bösartigen Hautmelanom zu erkranken liegt heutzutage bei 1:65. Vor 70 Jahren lag das Lebenszeitrisiko noch bei 1:1500. 2005 möchte sich deshalb die Klinik für Dermatologie gemeinsam mit der Klinik für Onkologie diesem Thema verstärkt widmen. Am 2. März 2005 findet im Ausbildungszentrum des Klinikums ein Fachsymposium für Hautärzte und Onkologen zum Thema statt. Des weiteren möchten die beiden Kliniken ihre Zusammenarbeit ausweiten und sich als Melanom-Zentrum darstellen. Den Patienten der Weser-Ems-Region kann das gesamte Spektrum der Melanomtherapie in den verschiedenen Stadien im Klinikum angeboten werden.
Oldenburg, den 6. January 2005.
In der Hautklinik im Klinikum diagnostizieren wir jährlich 100 Neuerkrankungen, berichtet Prof. Dr. Erhard Hölzle, Direktor der Klinik für Dermatologie, derzeit betreut die Klinik ca. 500 Patienten mit Pigmentzellkrebs. Menschen mit einem hohen Risikofaktor, z.B. der helle Hauttyp oder Menschen mit vielen Pigmentmalen oder mit großen und in Form und Farbe unregelmäßigen Malen rät er zur ständigen Kontrolle der Haut durch den Spezialisten, denn die frühe Diagnose des Melanoms ist der beste Weg, die Heilungschancen zu erhöhen. Zur Behandlung kommen verschiedene Therapieansätze in Frage und gerade auf dem Gebiet der Krebstherapie werden immer wieder neue Erkenntnisse und Möglichkeiten entwickelt.
Um dabei die bestmögliche Therapie für die Patienten herauszufinden, beteiligen wir uns gemeinsam an verschiedenen europaweiten Studien, ergänzt Prof. Dr. Claus-Henning Köhne, Direktor der Klinik für Onkologie. Zum Beispiel ist der diagnostische Nutzen der Schildwächterlymphknotenbiopsie als Methode zur Risikobeurteilung bereits erwiesen, der therapeutische Nutzen also, ob das Entfernen der Wächterlymphknoten sich positiv auf den weiteren Krankheitsverlauf auswirkt - wird derzeit in einer europaweiten Studie, an der das Klinikum teilnimmt, an über 1.000 Patienten untersucht. Aber auch die immunstimulierende Behandlung mit Interferon bei Patienten mit hohem Risiko zur Metastasenbildung entwickelt sich immer weiter. Interferon ist ein Botenstoff der weißen Blutkörperchen, der das Immunsystem in seiner Abwehrreaktion gegen den Tumor stärkt. Auch hier beteiligen wir uns an mehreren Studien, um Erkenntnisse zu gewinnen, welche Dosis über welchen Zeitraum die bestmögliche Behandlung darstellt,
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erklärt Prof. Hölzle. Sozusagen brandneu ist dabei die Methode der einmal wöchentlichen Gabe des Interferons. Es wird dabei an kleine Partikel gebunden, was einen Depoteffekt bewirkt. Der Vorteil dieser Methode ist die gleichmäßigere, stetige Freisetzung des Interferons anstatt dem wie bisher stark schwankenden Interferonspiegel.
Erste Ergebnisse aus den Studien werden bereits an dem im März stattfindenden Symposium präsentiert.
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Erhard Hölzle, Telefon: 0441/403-2851
Foto: Ein Foto zum Thema kann von den Internetseiten des Klinikums heruntergeladen werden. Sie finden es unter www.klinikum-oldenburg.de auf den Seiten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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