Mehr als 500 Interessierte aus dem Rettungsdienst nahmen am Samstag, 30. Oktober 2004 in der Carl-von-Ossietzky-Universität die Gelegenheit wahr, sich über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der Notfallmedizin auf den aktuellen Stand zu bringen. Veranstaltet wird das zum fünften Mal stattfindende Notfallsymposium gemeinsam vom Malteser Hilfsdienst Oldenburg und der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin des Klinikums Oldenburg. Ein Themenschwerpunkt beschäftigte sich mit neuesten Erkenntnissen zur Reanimation von Patienten mit Kreislaufstillstand.
Oldenburg, den 30. October 2004.
Die Ergebnisse einer europaweiten Studie über die Abkühlung von Patienten nach einer erfolgreichen Wiederbelebung waren für alle Teilnehmer von großem Interesse. Es zeigte sich ein in seiner Deutlichkeit überraschender Schutz gegenüber Hirnschädigungen, wenn Patienten nach Reanimation für 24 Stunden unter Narkose auf eine Körpertemperatur von ca. 33°C abgekühlt wurden, berichtet Prof. Dr. Andreas Weyland, Klinikdirektor Anästhesie im Klinikum, diese Ergebnisse bilden die Grundlage für eine aktuelle internationale Empfehlung zur Anwendung der sog. therapeutischen Hypothermie nach Wiederbelebung. Ebenso bahnbrechende Konsequenzen für die Behandlung von Patienten mit Kreislaufstillstand haben Ergebnisse einer anderen Studie aus Innsbruck erbracht. Sie untersuchte die Effekte einer neuen medikamentösen Behandlung zur Reanimation mit dem körpereigenen Botenstoff Vasopressin. Dabei stellte sich heraus, dass Patienten mit Herzstillstand durch Gabe von Vasopressin signifikant häufiger als bei der Gabe von Adrenalin wieder ins Leben zurückgeholt werden konnten.
Ein weiteres interessantes Thema beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit wir uns unter dem Gesichtspunkt des zunehmenden Kostendrucks im Gesundheitswesen in Zukunft noch ein notfallmedizinisches System leisten können, das auf der flächendeckenden Verfügbarkeit speziell qualifizierter Notärzte aufbaut. Während in vielen angloamerikanischen Staaten Notfall-Patienten von geschulten Rettungsassistenten eine begrenzte Erstbehandlung erfahren, um dann möglichst umgehend ins Krankenhaus gebracht zu werden, zielt das deutsche System der Rettungsmedizin darauf ab, den Notarzt mit der benötigten Medizintechnik schnellstmöglich zum Notfallpatienten zu bringen, erklärt Frank Flake vom Malteser Hilfsdienst, Bezirksgeschäftsstelle Oldenburg, ein direkter Vergleich einer deutschen und einer vergleichbaren englischen Stadt zeigte, dass der primäre Einsatz von Notärzten - wie er in Deutschland praktiziert wird - den Zustand akut erkrankter Patienten deutlich verbesserte und die Rate erfolgreicher Reanimationen um ca. das dreifache erhöhte. Die Rettungsdienste setzen aber auch auf klare Handlungsanweisungen für das Rettungsfachpersonal, so Frank Flake weiter, um damit das Therapiespektrum durch Rettungsassistenten zu erhöhen. Dadurch können die Einsätze des Notarztes vor Ort auf die unbedingt notwendigen Fälle beschränkt werden.
Im wahrsten Sinn "Schwein gehabt" hatten die Teilnehmer bei den Workshops. An zwei Schweinehälften - die die Veranstalter vom Schlachthof geholt hatten - konnten Rettungsassistenten das Einlegen eines Katheters in den Brustraum unter fachkundiger Anleitung üben.
Foto: Ein Foto aus den Workshops mit dem Tiermodell kann von den Internetseiten des Klinikums heruntergeladen werden. Sie finden es unter www.klinikum-oldenburg.de auf den Seiten der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
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