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100te Knochenmarktransplantation

100te Knochenmarktransplantation Am Mittwoch, den 2. November 2011 fand die 100. Knochenmarktransplantation (KMT) im Klinikum Oldenburg statt. Seit der Eröffnung der Station im Juli 2008 ist es in der Klinik für Onkologie und Hämatologie möglich, Patienten nach einer Chemotherapie neue Blutzellen von Verwandten, aber auch unverwandten (allogenen) Spender zu transplantieren. Der hundertste Patient ist 32 Jahre alt und kommt aus Oldenburg. Als er das 100. Transplantat erhielt, meinte er optimistisch: „Ich bin guten Mutes!“

Oldenburg, den 3. November 2011. Die Station ist die erste ihrer Art in der Weser-Ems-Region. Bis 2008 mussten Betroffene weite Wege nach Hannover oder Hamburg in Kauf nehmen, um sich behandeln zu lassen. „Wir freuen uns sehr, dass die Station so gut angenommen wird“, sagt Prof. Dr. Claus-Henning Köhne, Direktor der Klinik für Onkologie und Hämatologie und Prof. Dr. Jochen Casper, Leiter der Station ergänzt: „In der Planungsphase hatten wir noch mit etwa 20 Patienten pro Jahr aus dem Weser-Ems-Bereich gerechnet. Inzwischen sind es etwa 35 Patienten, die jedes Jahr die Transplantation wagen.“ Zwei Drittel der Patienten, die am Klinikum Oldenburg transplantiert werden, bekommen das Transplantat von einem Fremdspender.

Die häufigsten Gründe für eine Blutstammzelltransplantation sind akute Leukämien, aber auch andere Blutbildungsstörungen können durch die Transplantation geheilt werden. Die Transplantation will gut überlegt sein, denn auch mit dieser Transplantation wird es nicht jeder Patient schaffen, die Krankheit zu besiegen.

Im Schnitt sind die Patienten bei der Transplantation knapp 50 Jahre alt. Durch neue Vorbehandlungsverfahren und besser werdende Voraussetzungen für eine Fremdspendertransplantation haben heutzutage auch sehr viel ältere Patienten eine Heilungschance durch die Knochenmarktransplantation. „Ich habe mir die Transplantation vorher lange überlegt“, erzählt Herr K. aus Delmenhorst, der kurz vor seinem 70. Geburtstag nach erfolgreicher Transplantation entlassen werden konnte.

Hintergrundinformation

In Niedersachsen erkranken jährlich ca. 700 Menschen an Leukämie. Leukämien sind bösartige, meist im Knochenmark beginnende Erkrankungen, die durch eine Ausschwemmung der Tumorzellen ins Blut gekennzeichnet sind. Es gibt zwei unterschiedliche Verlaufsformen: die chronische und die akute Leukämie. Ohne Therapie verläuft die akute Leukämie in Wochen bis wenigen Monaten tödlich. Deshalb ist vor allem bei der akuten Leukämie eine schnelle und umfassende Behandlung wichtig.

40 Prozent aller akuten Leukämien im Erwachsenalter (und 80 Prozent bei Kindern) sind mit einer konventionellen Chemotherapie heilbar. Bei den anderen reicht die normale Chemotherapie aber nicht aus. Hier ist die Hochdosischemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation das Mittel der Wahl. Dabei wird das gesamte blutbildende System des Patienten durch eine Chemotherapie zerstört.

Im zweiten Teil der Behandlung bekommt der Patient Blutstammzellen von außen wieder zugeführt, damit sich aus diesen Zellen nach einiger Zeit wieder ein Immunsystem aufbauen kann.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Vor der Chemotherapie werden dem Patienten eigene Stammzellen (Vorläuferzellen der Blutzellen) abgenommen, die nach der Chemo- oder Strahlentherapie dem Patienten wieder zugeführt werden. Daraus bildet sich wieder sein eigenes Immunsystem auf. Diese Behandlungsmethode heißt autologe Transplantation und wird im Klinikum auf Station 312 seit April 1993 durchgeführt.

Bei einigen Erkrankungen ist die allogene Transplantation Mittel der Wahl. Hier kommen die Blutstammzellen nicht vom Patienten selber, sondern von einem anderen. Das können Verwandte sein, aber auch unverwandte Personen, die die passenden Gewebestrukturen aufweisen. Bei der allogenen Transplantation handelt es sich um eine Immuntherapie, weil sich aus den Zellen des Spenders nicht nur ein neues Immunsystem aufbaut, sondern sich Spenderzellen zusätzlich gegen die eventuell übrig gebliebenen bzw. wiederkehrenden Leukämiezellen des Patienten wenden, diese sofort zerstören und somit die Effekte der Chemotherapie verstärken. Die Heilungschancen liegen im Schnitt bei 50 bis 60 Prozent, bei bestimmten Leukämiearten sogar bei 90 Prozent.

Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jochen Casper, eMail casper.jochen@klinikum-oldenburg.de
 
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