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Komplette arterielle Bypass-Operation

Für die Bypass-Operation am Herzen können verschiedene Arten von Blutgefäßen verwendet werden. Bypässe unter Verwendung von Venen werden zahlenmäßig weitaus am häufigsten angelegt. Diese werden in der Regel aus dem Bein entnommen. Allerdings ist es inzwischen erwiesen, dass die Offenheitsrate, d.h. Haltbarkeitsdauer dieser Venenbypässe eingeschränkt sein kann, insbesondere dann, wenn nach der Operation weiter geraucht wird oder ein hoher Cholesterinspiegel im Blut nicht ausreichend behandelt wird.

Die Verwendung von arteriellen Blutgefäßen für die Bypasschirurgie ist weitaus schwieriger, doch die Offenheitsraten dieser Bypässe sind in der Regel deutlich länger. Es gibt allerdings nur wenige Arterien des menschlichen Körpers, die hierfür verwendet werden können. Am geeignetsten ist die linke Brustwandarterie (Arteria mammaria links). Diese wird zu Beginn der Operation von der Innenwand der linken Brustkorbseite präpariert und später auf das wichtigste Herzkranzgefäß auf der Vorderseite des Herzens (RIVA = Ramus interventrikularis anterior), das auch am häufigsten verengt ist, aufgenäht. Dieses Verfahren wird in der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Oldenburg routinemäßig durchgeführt (mehr als 95 % aller Herz-Bypass-Operationen).

Eine entsprechende Brustwandarterie ist auch rechtsseitig vorhanden und kann als zusätzliches arterielles Bypassgefäß verwendet werden.

In den letzten Jahren ist zunehmend auch eine Unterarmarterie (Arteria radialis) für die Bypasschirurgie verwendet worden. Bei ausreichender Größe sind die Offenheitsraten dieses Blutgefäßes annähernd so gut wie die der Brustwandarterie.

In bestimmten Fällen ist es möglich, alle notwendigen Bypässe am Herzen mit arteriellen Blutgefäßen anzufertigen. Von einer solchen komplett-arteriellen Bypassversorgung profitieren besonders junge Patienten, da eine Verbesserung der Langzeitprognose erreicht werden kann.

Die Entnahme der in Frage kommenden Arterien birgt jedoch eine geringfügig erhöhte Komplikationsrate:

  • Die Verwendung der rechten Brustwandarterie (Arteria mammaria rechts) zusätzlich zur linken kann mit einem etwas erhöhten Risiko für eine Wundheilungsstörung der Operationswunde am Brustkorb einhergehen.

  • Die Entnahme einer der beiden Arterien des Unterarms (Arteria radialis) kann in wenigen Fällen zu einer Funktionseinschränkung der Hand führen. Daher wird an unserer Klinik gegebenenfalls nur die Unterarmarterie der nicht dominanten Hand verwendet.

  • Die Entnahme einer Magenarterie (Arteria gastroepiploica) ist außerdem möglich. Dadurch wird die Operation jedoch auf die Bauchhöhle ausgedehnt und kann gelegentlich zu Magenproblemen führen.

Spezielle Voruntersuchungen helfen uns, die Risiken der Arterienentnahme möglichst gering zu halten bzw. diejenigen Patienten zu ermitteln, bei denen auf eine solche Arterienentnahme besser verzichtet werden sollte.

Die Entscheidung eine komplett-arterielle Bypassversorgung durchzuführen wird für jeden Patienten individuell gefällt unter Berücksichtigung seines Alters, seiner Begleiterkrankungen, des Befundes der Herzkatheteruntersuchung, der Ergebnisse unserer Voruntersuchungen und natürlich der Wünsche des Patienten selbst.

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