

„Epilepsie? – das ist doch eine Geisteskrankheit, oder?“ Vorurteile und viel Falsches haben sich in Deutschland in der Öffentlichkeit zum Thema „Epilepsie“ festgesetzt. Zeit, mit Halbwissen und Vorurteilen aufzuräumen. Schon deshalb, weil sich die Symptome so unterschiedlich zeigen, dass viele Menschen unter dieser Erkrankung leiden, ohne es selber zu wissen oder ohne, dass es ihre Umgebung wahrnimmt. Unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Gesundheitsministeriums richtet die Gemeinschaftsinitiative Epilepsien am Samstag, 13. Oktober 2007 (10 -13 Uhr) die kostenlose Informationsveranstaltung „Kinder mit einer Epilepsie... besser verstehen!“ im Kulturzentrum PFL in Oldenburg aus. Die Veranstaltung soll den Blick für die Situation Betroffener schärfen und Ängste im Umgang mit der Erkrankung abbauen. Sie richtet sich deshalb nicht nur an Betroffene und deren Angehörige, sondern auch an Freunde von Betroffenen sowie Erzieher, Lehrer und Ausbilder.
Oldenburg, den 5. October 2007.
Epileptische Anfälle verlaufen sehr unterschiedlich. Sie können zum Beispiel mit heftigen Zuckungen des gesamten Körpers oder nur mit einer kaum wahrnehmbaren, vorübergehenden Einschränkung des Bewusstseins einhergehen. Bei ersteren ist nur ein ganz bestimmter Teil des Gehirns betroffen. Dies führt dann - je nach betroffenem Gehirnteil - zum Beispiel zu vorübergehendem Zucken eines Armes bei vollständig erhaltenem Bewusstsein oder zu Taubheitsgefühlen an der Haut mit einer vorübergehenden Einschränkung des Bewusstseins. Die medizinischen Aspekte werden bei der Veranstaltung von Dr. Günther Auerswald (Prof.-Hess-Kinderklinik Bremen), Dr. Michael Krins (Arzt für Pädiatrie und Neuropädiatrie in Lohne) und Prof. Dr. Christoph Korenke (Direktor der Klinik für Neuropädiatrie im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Oldenburg) beleuchtet. „Im Raum Bremen-Weser-Ems sind ca. 12.000 Kinder von dieser Erkrankung betroffen“, schätzt Prof. Dr. Christoph Korenke und ergänzt: „Etwa 70% haben eine gute Prognose, das heißt die Anfälle sind gut behandelbar und können ganz verschwinden.“ Die betroffenen Kinder leiden zudem auch psychisch unter den Vorurteilen und deshalb wird dem sozialen Aspekt dieser Erkrankung am Veranstaltungstag viel Raum gegeben. Dr. Michael Wagner vom Sozialpädiatrischen Zentrum in Oldenburg wird diesen Aspekt aufgreifen und auch Fördermaßnahmen nennen.
Hintergrundinformation Epilepsie
In Deutschland sind zwischen 400.000 und 800.000 Menschen betroffen. Epilepsien gehören zu den häufigsten chronisch verlaufenden Krankheiten des Gehirns und können Menschen jeglichen Alters betreffen. Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die durch wiederholte, spontan und oft ohne erkennbare Auslöser auftretende, epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Sie ist keine Geisteskrankheit, sondern eine neurologische Funktionsstörung. Ein epileptischer Anfall schädigt das Gehirn in der Regel nicht.
Epilepsien können durch Veränderungen des Gehirns ausgelöst werden. Solche Veränderungen reichen von Durchblutungsstörungen des Gehirns während der Geburt, entzündlichen Veränderungen, Tumoren und Unfallschäden des Gehirns bis hin zum Schlaganfall und anderen Schädigungen. Aber es gibt auch Epilepsien, bei denen keine Schädigung des Gehirns vorliegt. Solche Epilepsien haben oft genetische Ursachen.
Um eine Epilepsie richtig behandeln zu können, muss eine genaue Diagnose hinsichtlich der Art und möglichen Ursache der jeweiligen epileptischen Anfälle gestellt werden. Neben der genauen Anfallsbeschreibung und klinischen neurologischen Untersuchungen spielt das EEG (Elektroenzephalogramm) in der Epilepsiediagnostik eine entscheidende Rolle. Mit Hilfe der EEG-Untersuchung lassen sich die Hirnströme darstellen. Die Auswertung dieser Hirnstromkurven erlaubt Rückschlüsse auf eine Epilepsieveranlagung bzw. Epilepsieerkrankung oder auf andere Gehirnerkrankungen (z. B. Tumoren, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen). Neben dem EEG werden Verfahren der bildgebenden Diagnostik, wie z.B. die Magnetresonanztomographie (MRT) in der Diagnostik eingesetzt.
Gemeinschaftsinitiative Epilepsien
Die Gemeinschaftsinitiative Epilepsien wurde 1999 durch den Arbeitskreis Sachsen/Dresden ins Leben gerufen. Es ist ein Zusammenschluss von Krankenkassen, verschiedenen Körperschaften und Verbänden sowie der Pharmazeutischen Industrie. Zielsetzung ist, das Krankheitsbild Epilepsie einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen, um somit zum Beispiel Vorurteile abzubauen. Dieses Projekt findet in verschiedenen Regionen statt und besteht aus drei Modulen: Einem Expertengespräch im Vorfeld, einer großen Plakat- und Flyer-Aktion sowie einer öffentlichen, kostenlosen Veranstaltung. Die Expertenrunde zwischen Vertretern aus Politik, Ärzteschaft, Selbsthilfe, Krankenkassen, der Pharmazeutischen Industrie ist am 12. September in Oldenburg über die Bühne gegangen. Die hier gewonnenen Erkenntnisse werden auch bei der oben genannten Veranstaltung einfließen.
Ihr Ansprechpartner:
Prof. Dr. Christoph Korenke , eMail korenke.christoph@klinikum-oldenburg.de
08.02.2012:

(Pressetermin)
Ministerin informiert sich vor ...
05.03.2012:

(Kurs)
Rahmenbedingungen für ...
10.03.2012:

(Sonstiges)
10.11.2012:

(Kurs)
< ...
Derzeit haben wir in diesem Bereich keine Stellen zu besetzen. Alle Stellenangebote des Klinikums finden Sie hier.