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Pressemitteilungen

Bis zu 86 Prozent weniger Kopfverletzungen

Jetzt fängt die Schule wieder an und dann sind sie wieder allerorts zu sehen: Kinder und Jugendliche mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule – viele davon ohne den schützenden Fahrradhelm. Dabei sind Fahrradfahrer unter den Verkehrsteilnehmer am meisten gefährdet. Insgesamt ereignen sich in Deutschland 75.000 Fahrradunfälle pro Jahr, davon betreffen 15.000 Fahrradunfälle Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren. Das sind 40 Fahrradunfälle pro Tag. 22 Prozent dieser Unfälle gehen mit schweren Verletzungen einher, ein Prozent sogar mit Todesfolge. Prof. Dr. Christoph Korenke, Direktor der Klinik für Neuropädiatrie im Elisabeth-Kinderkrankenhaus des Klinikums Oldenburg ist häufig mit den Folgen solcher Unfälle in seiner Klinik konfrontiert. „Durch das Tragen eines Fahrradhelms kann der Radfahrer Verletzungen des Gehirns, zum Beispiel Gehirnblutungen, Gehirnquetschungen, aber auch Weichteilverletzungen der Kopfhaut oder Schädelbrüche verhindern“, beschreibt Prof. Korenke die Vorteile des Fahrradhelmes. „Aufgrund meiner leider mehrfachen Erfahrung mit Kindern, die lebenslang unter den Gehirnverletzungen nach Fahrradunfällen ohne Helm leiden, appelliere ich deshalb an alle Radfahrer, einen Fahrradhelm zu tragen, um sich selber zu schützen, aber auch um Vorbild für Kinder und Jugendliche zu sein. Insbesondere Eltern möchte ich bitten, darauf zu achten, dass Kinder und Jugendliche beim Fahrradfahren immer einen Helm tragen.“

Oldenburg, den 29. August 2007. „In meiner Klinik habe ich ungefähr alle zwei Monate ein Kind mit einem Schädelhirntrauma nach Fahrradsturz. Da aber auch Kinder und Jugendliche über die Unfallchirurgien und Notfallaufnahmen der Krankenhäuser in Oldenburg und Umgebung eingeliefert werden, ist die Zahl sicherlich höher,“ meint Prof. Korenke. Während insgesamt die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen in Deutschland in den letzten Jahren abgenommen hat, steigt die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Kinder. Dabei handelt es sich zunehmend mehr um Unfälle mit dem Fahrrad. „Erwiesenermaßen sinkt das Verletzungsrisiko für Kopfverletzungen bei Fahrradunfällen um 65 bis 86 Prozent, das Verletzungsrisiko für Gehirnverletzungen sinkt sogar um 85 - 90 Prozent.“ Schon aus diesem Grund trägt der vierfache Vater selbstverständlich beim Fahrradfahren einen Helm. Prof. Korenke hofft auch darauf, dass in Deutschland eine Fahrradhelmpflicht zumindest für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt wird. „In einzelnen europäischen Ländern gibt es bereits eine Helmpflicht in Abhängigkeit vom Alter unter 15 Jahren bzw. 18 Jahren. Auch 18 Bundesstaaten in USA haben eine allgemeine Helmpflicht für Fahrradfahrer eingeführt.“



Ansprechpartner:

Prof. Dr. Korenke, Tel. 0441/403-2017

Ihr Ansprechpartner:
Barbara Delvalle, eMail delvalle.barbara@klinikum-oldenburg.de
 

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