

Zum Wohle von herzkranken Kindern können sich in Zukunft die niedergelassenen Kinderkardiologen sowie die Kinderkliniken aus dem Oldenburger Land und dem übrigen Weser-Ems-Gebiet schneller und einfacher in der Diagnose und Therapie abstimmen. Die Pilotphase für das web-basierte Verfahren ist jetzt erfolgreich abgeschlossen worden.
Oldenburg, den 16. August 2011.
„Integrative Versorgung ist heute ein wichtiger Begriff im kostenintensiven Gesundheitswesen. In größeren Krankenhäusern ist die digitale Bildübertragung der Ultraschallaufnahmen vom Kinderherz inzwischen Standard“, berichtet Dr. Reinald Motz, leitender Kinderkardiologe in der Kinderklinik des Klinikums Oldenburg, „aber das Kollegengespräch unter weit voneinander entfernt praktizierenden Kinderkardiologen und Kinderärzten - per Telefon mit Blick auf den eigenen Computerbildschirm - war bisher technisch zu kompliziert und Patientendaten waren nicht anonymisiert.“
Dr. Motz hatte die Idee, aber keine finanziellen Mittel, um die seit langem mit ihm vertrauensvoll kooperierenden Kinderkardiologen und Kinderärzte der Weser-Ems-Region für eine schnelle medizinische Konsultation durch ein Verfahren der digitalen Bildübertragung per Internet miteinander zu verbinden. Hilfe kam von der Inga-Köthe-Stiftung aus Oldenburg. Sie hat für dieses Modellprojekt aus eigenen Mitteln und aus eingeworbenen Spenden von der Georg-Leffers-Stiftung, von der Landessparkasse zu Oldenburg und Bremer Landesbank insgesamt 25.000 € bereit gestellt. ICSMED AG, ein Spin-off-Unternehmen des OFFIS-Instituts an der Universität Oldenburg, hat die Software geschrieben und ein Internet-Portal errichtet unter: www.kinderkardiologie-nordwest.de. Das Klinikum Oldenburg übernimmt die zukünftigen Betreuungskosten für den laufenden Betrieb des Dokumenten-Servers, der an einem neutralen Ort steht.
„Herzkranke Kinder können jetzt weiterhin wohnortnah versorgt werden und müssen nur in Ausnahmefällen in einer Spezialklinik oder gar in einer Universitätsklinik zur Untersuchung vorgestellt werden. Das spart Zeit und Kosten. Für Eltern und Kinder bedeutet es weniger Stress, weniger finanzielle sowie psychische Belastung“, freut sich Heiko F. Büsing, Vorstand der Inga-Köthe-Stiftung.
Am Mittwoch, 24. August 2011 (16-18 Uhr) wird den niedergelassenen Kinderkardiologen und den Kinderärzten aus Kliniken der Region dieses neue digitale Netzwerk in einer Veranstaltung im Gesundheitshaus des Klinikums Oldenburg vorgestellt.
Hintergrundinformationen
Ein Herzfehler tritt bei jedem hundertsten geborenen Kind auf. Von diesen Herzfehlern müssen ca. 30 % operiert und alle herzkranken Kinder zusammen müssen laufend medikamentös betreut werden, damit sie das Erwachsenenalter erreichen können. Ca. 5000 Kinder in der Weser-Ems-Region leiden unter einer Herzerkrankung. Darunter fallen angeborene Herzfehler, aber auch erworbene Herzerkrankungen, zum Beispiel Entzündungen der Herzbeutel oder des Herzmuskels. In der Kinderklinik des Klinikums Oldenburg werden zur Zeit ca. 240 Kinder stationär behandelt, dazu kommen ca. 1300 ambulant betreute Kinder.
Die Inga Köthe Stiftung wurde 2002 von Inga Köthe errichtet. Sie starb 2003. Ihr Vermächtnis ist, schwer erkrankten Kindern und den jeweils betroffenen Familien in ihrer Not zu helfen.
Weiterführende Informationen:
www.kinderkardiologie–nordwest.de
Ihr Ansprechpartner:
Heiko Büsing, eMail h.f.buesing@ewetel.net
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung:
10.11.2012:

(Kurs)
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